Gabriele Sauerland
Der Abschied  von unserem geliebten Tier ist ein schmerzliches Erlebnis in unserem Leben. 

Haben Sie sich schon einmal gefragt, wie Ihr Tier diesen Abschied wohl empfindet ?

Wissen Tiere um den bevorstehenden Tod und was geht in ihnen vor ?

Haben Sie ähnliche Empfindungen wir wir ? Trauer, Verlust, Schmerz, vielleicht auch Angst ?

Wir pflegen meist eine besondere Beziehung zu unserem Tier. Wir erzählen im unsere Sorgen und teilen unsere Freude mit ihm. Wir durchleben gemeinsam die unterschiedlichsten Lebensphasen und unser treuer Freund erlebt mit uns Höhen und Tiefen.

Geburt und Tod, Scheidung, neue Partnerschaft, Umzug, Berufswechsel - einer ist immer dabei, hört zu und ist an unserer Seite.

Aufgrund der kürzeren Lebenserwartung bei den meisten Tieren kommt irgendwann der Tag, an dem es heisst: ‘Abschied nehmen’.

Manchmal ist uns aber die Vorbereitung nicht möglich, sei es, weil es ein junges Tier ist oder plötzlich eine Erkrankung auftritt.

Der Abschied schmerzt und nur selten ist es möglich, sich mit anderen Menschen darüber auszutauschen.

Das Thema Trauer um ein Tier wird tabuisiert, der Trost und das Verständnis bleiben aus.

‘Es war doch nur ein Hund, eine Katze, ein Vogel, ein Pferd.’

Nur ???

Ich hatte oftmals das Glück, auch bedingt durch die Tierschutzarbeit, ein sterbendes Tier medial zu begleiten, seine Gedanken und Gefühle zu erfahren und so die andere Perspektive kennen zu lernen - die Perspektive des betroffenen Tieres.

Tiere gehen anders mit dem Tod um. Es ist im Allgemeinen weder negativ besetzt noch beängstigend. Sie übermitteln klar ihre Bereitschaft, ihre Wünsche und vermitteln oftmals Botschaften für ihren Menschen.

 

EIN GUTER  TAG

Eigentlich wollte ich ja am Themenseminar ‚Mein Haus hat viele Zimmer‘ teilnehmen - irgendwas hielt mich aber davon ab mich anzumelden und dann war es leider just in diesem Zeitraum meine Aufgabe mich auf den Abschied meines Katers Schneemann vorzubereiten.  Leider bestätigte sich der Verdacht auf einen Lungentumor. Als nach diversen Tierarztbesuchen feststand, dass niemand mehr helfen konnte, bat ich Frau Sauerland mit Schneemann Kontakt aufzunehmen, so wie im letzten Jahr als Blacky ging.

Es ist so ungemein hilfreich auch von den Tieren selbst über ihre Empfindungen zu erfahren. An dem Abend an dem ich Frau Sauerland anrief,  war  Schneemann kurze Zeit später sehr verändert. Er suchte sich im Gegensatz zu den letzten Tagen einen warmen Platz, maunzte mich  an und forderte von selbst wieder seine Streicheleinheiten. Er fraß sogar mit Appetit.  Am nächsten Morgen: der Medialog. An diesem Morgen war Schneemann immer noch sehr aufgeweckt. Noch bevor ich ihr von Schneemanns Veränderungen bereits am Vorabend berichten konnte erwähnte sie, dass sie  vorab schon Kontakt aufgenommen und ihm mitgeteilt hatte,  dass alles nach seinem Willen verlaufen soll und er nicht mir zu liebe etwas tun oder lassen muss.

Nun wusste ich auch was Schneemann an diesem Abend mit seinem Verhalten ausdrucken wollte: es war Freude, Dankbarkeit – ja, genauso kam es rüber. 

Auch am darauf folgenden  Tag war er immer noch sehr aufgeweckt, interessiert, saß wieder an seinem geliebten Fensterplatz, frass und trank von selbst. Er verkroch sich keine Sekunde.  Es war ein herrlicher Tag mit Sonnenschein und Schneemann hat ihn genossen!

Er teilte dies auch im Medialog mit: „Heute ist ein guter Tag. Kein Tag um Abschied zu nehmen. Morgen dürfen sie helfen, wenn ich es nicht allein schaffe.

Er lies sich von mir fotografieren, so dass ich richtig lachen musste; ja er posierte richtig vor der Kamera...es war so unglaublich!  Fast hatte ich die Hoffnung, dass er es doch noch schaffen könnte. Aber Schneemann wusste es besser: dieser Tag war wirklich noch ein (letzter) guter Tag für ihn, so wie er es uns wissen lies. Ein wichtiger Tag für uns alle und erst am darauffolgenden Tag traf genau das ein, was Schneemann ankündigte: er brauchte Hilfe. 

Kein Vergleich mehr zum Verhalten am Vortag: er zog sich zurück, atmete schwer, wurde zusehends schwächer  und wir konnten sehen, dass Schneemann nun gehen wollte. Genau wie bei Blacky war es mir möglich loszulassen, ihn ziehen zu lassen mit dem Wissen, es war genau der richtige Zeitpunkt!!!

Da ich Angst hatte Schneemann könnte nachts ersticken verständigte ich den Tierarzt, der auch bestätigte, dass Schneemann einem kompletten Organversagen entgegengegangen wäre... Schneemann durfte Zuhause sterben.

 

Manchmal gehört ein wenig Mut dazu sein Tier zu befragen, wie es sich fühlt und ob wir als Halter etwas ändern können. 
Bitte scheuen Sie sich nicht mich anzusprechen,
denn die Erfahrung nach vielen Kommunikationen hat gezeigt,
dass Tiere die Möglichkeit sich mitzuteilen sehr positiv und als hilfreich ansehen.
Gerne begleite ich Sie und ihr Tier auch in einer schwierigen Zeit.

 

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