Mittelmeerkrankheiten - das sind nicht ausschliesslich am Mittelmeer vorkommende Erkrankungen, aber schwerpunktmässig treten / traten sie dort auf.

Hier soll weder Panik verbreitet werden, noch sollen Leishmaniose, Ehrlichiose, Babesiose o.a. heruntergespielt und verharmlost werden.

Leider gibt es trotz der neueren Erkenntnisse immer wieder Tierschützer, die - für unsere Begriffe unverantwortlich - Aussagen machen wie: Leishmaniose ? Kein Problem, eine Tablette täglich und der Hund kann damit alt werden.

Wir möchten nachfolgend die Menschen informieren, die sich ernsthaft für einen Hund aus dem Süden Europas interessieren, möchten ehrlich aufklären und sachlich Stellung nehmen.

Niemand kann eine Garantie geben, dass ein Hund gesund ist, nicht wenn er vom Züchter kommt, nicht wenn er aus einem deutschen Tierheim kommt, nicht, wenn er aus Spanien kommt.

Aber, Tierschutz bedeutet auch Verantwortung und die sollten wir alle sehr ernst nehmen.

Die Geschichte vom Tierfreund, der am Flughafen bei Abholung seines Tieres erfährt, dass der Traumhund leider Leishmaniose positiv ist oder aber erst Wochen nach Adoption mit der Diagnose konfrontiert wird, sollte nicht mehr vorkommen. Lassen Sie uns (wieder einmal) MITEINANDER MEHR ERREICHEN - durch Offenheit, Ehrlichkeit und Informationsaustausch.

Es darf nicht sein, dass ein Tierfreund mit dem Testergebnis und den damit verbundenen erheblichen finanziellen und psychischen Belastungen allein gelassen wird.

FRAGEN SIE BEVOR SIE EINEN HUND AUFNEHMEN BEVOR SIE SICH FÜR EINEN HUND AUS DEM SÜDEN ENTSCHEIDEN DANACH OB ER GETESTET IST UND VOR ALLEM: LASSEN SIE SICH DAS SCHRIFTLICHE TESTERGEBNIS ZEiGEN !

Babesiose

Die Erreger sind winzige Einzeller, die die roten Blutkörperchen befallen und eine Blutarmut erzeugen. Die Übertragung erfolgt durch Zecken.

Verbreitungsgebiet:  tropische und subtropische Länder, Mitteleuropa bis Norditalien und Südschweiz, Österreich, Ungarn.

Behandlungsmöglichkeit besteht mit guten Erfolgsaussichten.

Eine Übertragung der Krankheit auf den Menschen ist nicht möglich.

Ehrlichiose

Die Erreger sind winzige Einzeller, die die weißen Blutkörperchen befallen und eine Immunschwäche auslösen. Die Übertragung erfolgt durch Zecken.

Verbreitungsgebiet: tropische und subtropische Länder, Mitteleuropa bis Norditalien und Südschweiz, vereinzelt auch in Deutschland (Flussniederungen).

Behandlungsmöglichkeit besteht mit guten Erfolgsaussichten.

Eine Übertragung der Krankheit auf den Menschen ist nicht möglich.

Rickettsiosen

Rickettsiosen (Ehrlichia, Rickettsia conorii / Erreger des Boutonneuse-Fiebers, Rickettsia rickettsii / Erreger des Rocky Mountain spotted fever)

Rickettsien sind eine Zwischenart von Bakterien und Viren. Ihren Namen erhielten diese Erreger von ihrem Entdecker,  Howard Taylor Ricketts.

Als Überträger kommen Zecken in Frage, aber auch verschiedene Spinnentiere.

Vorkommen

Die verschiedenen Rickettsienarten kommen teilweise regionsgebunden, teilweise aber auch weltweit vor. So wird beispielsweise Rickettsia rickettsii auch Rocky Mountain spotted fever oder Felsengebirgsfieber genannt, aber aufgrund von wiederholten Erfahrungen müssen wir feststellen, dass diese Erkrankungen auch in mediterranen Ländern vorkommen.

Dank der engen Zusammenarbeit mit unserer Tierklinik in Spanien und vor allem deren Aufmerksamkeit ist es zu verdanken, dass bei vielen erkrankten Hunden bereits eine Therapie eingeleitet werden konnte.

Symptome

Die Symptome sind sehr unterschiedlich, charakteristisch sind Einblutungen wie sie auch bei der Ehrlichiose (ebenfalls Rickettsienerkrankung) vorkommen. Kleine Entzündungen der Lymphknoten, Hautauffälligkeiten, Haarausfall, vermehrte Schuppenbildung gehören ebenfalls zum typischen Bild. Schwere Verläufe verursachen Organschäden, massive Gewebsuntergänge, sogenannte Nekrosen und Hirnhautentzündungen, abhängig vom jeweiligen Erreger.

Nachweis

Bei entsprechender Symptomatik und Auffälligkeit, schlechter Heilungstendenz, allgemeiner Schwäche und fehlenden Befunden, die diese Symptome erklären würden, sollten Sie sicherheitshalber bei einem Hund aus dem mediterranen Raum also nicht nur die ‚üblichen’ Mittelmeererkrankungen testen lassen, sondern das Testverfahren um Rickettsia conorii und ggf. Rickettsia ricketsii erweitern. Der Nachweis erfolgt über einen Bluttest, in Spanien ist dieser Test weder teuer noch aufwändig, in Deutschland gibt es nur wenige Labore die entsprechend ausgestattet sind.

Therapie

Hier wird Sie Ihr Tierarzt oder Tierklinik beraten. In der Regel erfolgt die Behandlung mit einem Breitband-Antibiotikum über einen Zeitraum von wenigen Wochen, zusätzlich ist ein Immunpräparat, ggf. auch ein leberunterstützendes Präparat angezeigt. Bei Ehrlichiose erwies sich Imidocarb als Mittel der Wahl. Eine frühzeitige Therapie ist mitunter lebensrettend.

Herzwurm /  Dirofilaria

Wurm, der in der rechten Herzvorkammer und den Lungenarterien vorkommt und zu erheblichen Herz- und Lungenbeschwerden führt. Die Larven werden von Stechmücken übertragen.

Verbreitungsgebiet: vorwiegend in Sumpfgebieten im südlichen Nordamerika und Mittelamerika, aber auch im Mittelmeerraum

Behandlungsmöglichkeit besteht.

Eine Übertragung der Krankheit auf den Menschen ist nicht möglich.

Leishmaniose

Die Leishmanien werden durch Sandfliegen oder über offene Wunden übertragen.

Verbreitungsgebiet:  Mittelmeerraum, Nordafrika, Südfrankreich, Norditalien bis Südschweiz.

Behandlungsmöglichkeit besteht, aber es kommt meist zu Rezidiven, keine Ausheilung. Die Therapie ist aufwendig, erfolgsversprechend im Anfangsstadium.

Eine Übertragung dieser Krankheit auf den Menschen ist möglich.

Vorbeugung

weitere Infos

TierarztInfo

Zecken und Co von M. Linder

Reisekrankheiten von A. Rübelt

Erfahrungsberichte

von Haltern deren Hund an Leishmaniose, Babesiose, Microfilarien oder Ehrlichien erkrankte

 

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