Seniorenstunde

Im Laufe meiner langjährigen Erfahrung als Hundetrainerin kam mir die Idee, eine Trainingsstunde ausschließlich für Senioren anzubieten.

Gedacht ist dieses Training nicht nur für Hunde- sondern auch für Menschensenioren. Überhaupt denke ich, dass der Begriff ‚Hundetrainer‘ nicht so zutreffend ist wie Hunde- und Menschentrainer.

Warum Seniorenstunde ?

Weil diese Gruppe, ebenso wie alle anderen auch, das Bedürfnis nach einem vierbeinigen Begleiter hat. Manchmal sind es die Kinder, die aus dem Haus sind, die den Ausschlag zur Hundeanschaffung geben oder der Verlust des Lebenspartners.

Leider ist es aber für Senioren nicht immer einfach, eine passende Hundeschule zu finden, in der man genau auf ihre Bedürfnisse eingeht und der man unter Gleichaltrigen sein kann.

Die Ansprüche, die ein Senior an seinem Partner Hund stellt, sind sicherlich andere, als die eines jüngeren Menschens.

Ein Senior möchte natürlich auch einen gut erzogenen und sozialisierten Hund, aber die wenigsten werden sich entschließen, mit ihrem Hund eine Begleit- oder Apportierprüfung abzulegen.

Die Besucher meiner Hundeschule bestätigten meine Gedanken und da für mich ohnehin das Training im Vordergrund steht, nicht die Prüfung, finden sich in regelmässigen Abständen Senioren, zwei- oder vierbeinig in meiner Hundeschule zusammen.

So lässt sich der Druck vermeiden, der innerhalb der ‚normalen‘ Trainingsstunden entstehen würde, allein dadurch, dass der ein oder andere nicht mehr so flink ist, vielleicht auch nicht mehr so gelenkig.

Gerne nehme ich mir mehr Zeit, um die Übungen ausführlich zu erklären, niemand muss das Gefühl haben, nicht mithalten zu können.

Die Gruppe versteht sich sehr gut und man bringt einander eine große Portion Geduld und Respekt entgegen.

Hier bekommt ein jeder die Zeit, die er braucht bis seine Übung zu Ende ist, und es spielt keine Rolle wie lange es dauert.

Es ist mir wichtig, gezielte Einzelübungen zu machen. Das hat zwei große Vorteile:

  • jeder kann in Ruhe, und mit der Zeit, die er braucht seine Übung zu Ende bringen.
  • die Zeit, in der jemand anderes mit seinem Hund eine Übung durchführt, wird gern zu einer kleinen Pause genutzt.

Ganz konkret sieht das so aus, dass wir bei schönem Wetter draussen arbeiten, auf Stühlen sitzen, die Hunde liegend links neben uns. Allein diese Übung erfordert Ruhe und Geduld, der Hund lernt zu warten.

Dann geht es nach der Reihe für jeden an seine Übung. Man lernt durch die eigene Aktion, aber ebenso durch Zuschauen.

Ich würde mir mehr Hundeschulen wünschen, die auf den älteren Hund und auf den älteren Menschen eingehen, denn es gibt zahlreiche Menschen, die gern aktiv werden möchten, in ihrem Rahmen, nach ihren Möglichkeiten.

 (Bericht: Renate Dimter, Hundeschule Bonita D-58540 Meinerzhagenbonita